Gift-Entsorgung für Indien durch econ industries

Die Stadt Kodaikanal in Indien hat ein Problem: Quecksilber. Aufgrund des kühlen Klimas in der Gebirgsregion im Süden Indiens ließ sich dort in den 1980er-Jahren eine Thermometer-Fabrik nieder. Je kühler nämlich ein Ort ist, desto weniger schnell verdampft das hochgiftige Quecksilber und kontaminiert Luft und Umgebung. Dennoch konnten auch die für Indien vergleichsweise niedrigen Temperaturen im 2200 Meter hoch gelegenen Palani-Gebirge nicht verhindern, dass das Gift in den Boden rund um die Fabrik eindrang und ihn verunreinigte. Die Thermometer-Fabrik gibt es nicht mehr, das Quecksilber aber ist im Boden geblieben. Das UWS Mitglied econ industries soll nun helfen, den Boden wieder zu reinigen.

econ industries hat sich auf die Entwicklung und den Verkauf von Maschinen zur Reinigung kontaminierter Böden spezialisiert. „Wir sind schon mehr als 20 Jahre in dieser Sparte tätig und exportieren dabei nicht nur unsere Technik, sondern auch das nötige Know-how in Form unserer Mitarbeiter“, erklärt Reinhard Schmidt.

In Kodaikanal soll nun die Vacu-Dry-Technologie zum Einsatz kommen. Wie Reinhard Schmidt erklärt, handelt es sich vereinfacht gesagt, um eine riesige Destillationsmaschine. Das Quecksilber kann anschließend sicher verpacken und fachgerecht entsorgt werden. Übrig bleibt der gereinigte Boden.

Kodaikanal ist der höchste Punkt, an dem die Vacu-Dry-Technologie bisher zum Einsatz gekommen ist. Das besonders Schwierige an dem Einsatz: Die Maschine musste in Einzelteilen nach Indien verschifft werden – aufgeteilt auf insgesamt 18 Zwanzig-Fuß-Container. Der Weg nach Kodaikanal führt über eine enge Gebirgsstraße mit Spitzkehren, die ein großer Lastwagen nicht befahren kann. Die zu transportierenden Teile müssen also auch von kleinen Transportern zu stemmen sein.

Neben der Technik reisten auch zwei Mitarbeiter Mitte Januar unter strengen Corona-Sicherheitsregeln nach Kodaikanal, um die Anlage vor Ort zusammenzusetzen und in Betrieb zu nehmen. Derzeit wartet econ industries auf die Abnahme der Maschine durch die Behörden in Kodaikanal. Sobald diese Genehmigung erteilt ist, bricht das Team von Starnberg erneut ins Palani-Gebirge auf, um die indischen Arbeiter vor Ort zu schulen, damit diese mit der Reinigung des Bodens beginnen können. Drei Jahre soll es voraussichtlich dauern, bis der Boden rund um die Fabrik vollständig gereinigt ist.

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